
Um die Herausforderung wirksam zu bewältigen, betonten die Teilnehmenden die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens sowie einer engeren wissenschaftlichen Zusammenarbeit und eines offenen Austauschs von Daten und bewährten Verfahren, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.
„Die Stony Coral Tissue Loss Disease ist eine der schwerwiegendsten Bedrohungen, denen die karibischen Riffe jemals ausgesetzt waren, und die Bahamas liegen direkt in ihrem Verbreitungsgebiet. Das Perry Institute for Marine Science arbeitet seit Jahren mit bahamaischen Behörden und regionalen Partnern zusammen, um die Riffe zu überwachen, betroffene Korallen zu behandeln und zu verstehen, wie sich diese Krankheit ausbreitet und wie man sie eindämmen kann“, sagte Dr. Aaron Hartmann, Senior Scientist at PIMS and Head of The Bahamas Coral Program. „Dieser Workshop dient dazu, praktische Erfahrungen aus verschiedenen Ländern zusammenzuführen, denn Korallenkrankheiten machen nicht an Landesgrenzen Halt – und unsere Maßnahmen dürfen dies auch nicht. Indem wir Daten, Behandlungsmethoden und hart erkämpfte Erkenntnisse offen austauschen, geben wir diesen Riffen sowie der Fischerei, den Lebensgrundlagen und den Gemeinden, die von ihnen abhängig sind, eine weitaus größere Chance auf Erholung.“
Vertreter aus Behörden, Wissenschaft, Naturschutz und Renaturierungsprojekten aus der gesamten Karibik kamen beim Expertenworkshop zusammen, um Erfahrungen zu teilen und neueste Forschungsergebnisse zu Krankheit und Ausbreitung von Korallenleiden auszuwerten. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem mögliche Auslöser, Verfahren zur Früherkennung im Feld, die Überwachung der Riffgesundheit, Therapieansätze, die Bewertung von Maßnahmen sowie nationale Strategien und Konzepte zur Regeneration geschädigter Korallenriffe.
Die Diskussionen konzentrierten sich auf fünf zentrale Themenfelder:
„Das Ausmaß und die Komplexität der Stony Coral Tissue Loss Disease sind so umfangreich, dass eine einzelne Organisation oder ein einzelnes Land diese Herausforderung nicht allein bewältigen kann“, sagte David Smith, Chief Scientific Adviser der MSC Foundation. „Wenn Expertinnen und Experten aus verschiedenen Regionen und Fachbereichen zusammenkommen, entsteht die Chance, voneinander zu lernen, die Koordination zu verbessern und wissenschaftsbasierte Maßnahmen für den Schutz der Korallenriffe zu unterstützen.“
Erstmals 2014 in Florida nachgewiesen, hat sich SCTLD inzwischen in zahlreiche karibische Regionen ausgebreitet, darunter auch die Bahamas. Die Erkrankung schädigt Steinkorallen massiv und kann sich mit hoher Geschwindigkeit über komplette Riffe hinweg ausbreiten. In der Folge geraten sowohl die marine Biodiversität als auch wirtschaftliche Bereiche wie Fischerei und Tourismus sowie der natürliche Schutz der Küsten zunehmend unter Druck.
Auf den Bahamas bündeln Behörden, Forschungseinrichtungen und Naturschutzorganisationen ihre Kräfte, um Monitoring-, Behandlungs- und Managementansätze weiterzuentwickeln und die Auswirkungen der Krankheit möglichst zu begrenzen.
Über die Krankheit “Stony Coral Tissue Loss Disease”
Die schnelle Ausbreitung der SCTLD führt in der gesamten Karibik zu gravierenden Schäden an marinen Ökosystemen. Teilweise können komplette Korallenkolonien bereits innerhalb weniger Monate absterben. In Florida wurden an betroffenen Riffen Korallenverluste von bis zu 60 Prozent festgestellt.
Zur Eindämmung der Krankheit kamen bereits zehntausende Korallen im Rahmen experimenteller Behandlungen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Antibiotika-Therapien, die in Studien nach drei Jahren Überlebensraten von bis zu 84 Prozent zeigten, sowie erste Ansätze mit probiotischen Verfahren.
Trotzdem hat SCTLD inzwischen weite Teile der Region erfasst: In Florida sind mehr als die Hälfte der Korallenriffe betroffen, in Mexiko über 30 Prozent der karibischen Riffe, und auf den Bahamas wurden über 175 Quadratmeilen Rifffläche befallen. Bis Mitte 2025 wurde die Krankheit in 33 Ländern und Territorien nachgewiesen und übersteigt damit zunehmend die bisherigen Möglichkeiten, ihre Ausbreitung und Folgen wirksam zu kontrollieren.
Anlass des Workshops
Bahamas Department of Environmental Planning & Protection, Perry Institute for Marine Science, University of The Bahamas, Bahamas Agriculture and Marine Science Institute (BAMSI), Bahamas National Trust, Bahamas Protected Areas Fund, Nova Southeastern University, University of Miami, NOAA, Smithsonian Marine Station, Mote Marine Laboratory & Aquarium, The Nature Conservancy, Healthy Reefs for Healthy People Initiative, ReefLine, National Center for Integrated Coastal Research, University of North Carolina Wilmington, Universidad Nacional Autónoma de México, Fundación Dominicana de Estudios Marinos (FUNDEMAR), MARS Sustainable Solutions, BRANCH Coral Foundation, KAUST, MIT Self-Assembly Lab sowie die MSC Foundation.
Über die MSC Foundation